25. Januar 2017
Neujahrsempfang des IG BCE-Bezirks Gelsenkirchen am 15. Januar 2017.
Am Sonntag den 15. Januar 2017 sind mehrere hundert Gäste der Einladung gefolgt, um an den Neujahrsempfang des IG BCE Bezirks Gelsenkirchen in der Lichthalle im Nordsternpark teilzunehmen. Hauptredner war der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis, der sich unter anderen für gerechte Löhne und auskömmliche Renten aussprach.
Auf die Veranstaltung stimmte der Knappenchor Consolidation die anwesenden Gäste mit dem“ Steigerlied“ ein. Anschließend eröffnete Thomas Steinberg um 10:00 Uhr die Veranstaltung. Als erstes begrüßte er die vielen Gäste aus Politik und Wirtschaft und Gewerkschaft. Dann berichtet er über die Arbeit der Gewerkschaft im Jahr 2016 und über die anstehenden Aufgaben für das Jahr 2017.
Das Grußwort hielt Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski. „In einer Zeit, in dem einen ständig suggeriert wird, dass um sich nur Unsicherheit, Wandel und Bedrohung herrschen, stehen wir alle vor der Aufgabe, Sicherheit für uns und unser Handel zu gewinnen“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski in seiner Rede.
Doch diese Sicherheit ließe sich schaffen - in dem man Position bezieht und Mut zur Haltung beweist: „Die Region hat schon ganz anderes erlebt, hat den Strukturbruch überlebt, ohne hysterisch und ohne unsolidarisch zu werden! Und die Städte in der Region haben dabei immer Haltung bewiesen. Das kann und sollte Anlass zu Selbstbewusstsein und Stolz sein!“
Kämpferisch präsentierte sich der Hauptredner Michael Vassiliadis in der Lichthalle im Nordsternpark. Er prangerte mit harten Worten jene Kräfte und Populisten an, die die Bevölkerung „in Angst und Verunsicherung“ trieben und sich die fortschreitende „Spaltung der Gesellschaft“ zuzuschreiben hätten. Im Gegensatz sieht der gelernte Chemielaborant die Gewerkschaft als verlässlichen Partner für eine Ordnung „im Sinne von Fairness und Gerechtigkeit“.
Mit Blick auf die Diskussion um „Industrie 4.0“ und der damit verbundenen „Arbeit 4.0“ sprach sich Michael Vassiliadis dafür aus, dass sich die Arbeitnehmer-vertretungen dem technischen Wandel nicht verweigern dürften, wohl aber dem Abbau von Tarifstrukturen und Mitbestimmung sowie neuen Trends wie etwa „Arbeit auf Abruf“, „KAPOFAZ“, der kapazitätsorientierten Variablen Arbeitszeit in neuem Gewand auch für Vollzeitarbeitsplätze auf Abruf und entsprechend dem Arbeitsanfall.
Vassiliadis dazu: „Die Arbeitszeit in Deutschland ist gut und ausreichend.“
Auf der politischen Tagesordnung sieht der Gewerk-schaftschef den Kampf für eine solidarische Gesellschaft. Um eine auskömmliche Altersversorgung zu erreichen, strebt Vassiliadis ein Rentenniveau „von bis 50 Prozent“ an. Denn „es versteht keiner, dass jemand mit 1200 Euro Rente im Monat auskommen muss, während ein anderer 3000 Euro am Tag bekommt.“
Desweiteren sollen die „Amazons dieser Welt endlich Steuern und gerechte Löhne zahlen“, könne es doch nicht sein, dass ein Weltunternehmen wie Starbucks im vergangenen Jahr „hier keinen Cent Ertragssteuer gezahlt hat“. Die langfristig sich abzeichnenden Steuerüberschüsse sollten nach Vassiliadis vor allen in in Schulen und Infrastruktur investiert werden.
Zum Abschluss der Veranstaltung folgte der Kabarettist HG Butzko aus Berlin mit Auszügen seines Politischen Programms, beanspruchte er ganz schön die Lachmuskeln des Publikums.
Im Anschluss von Butzkos Auftritt beendete Bezirksleiter Thomas Steinberg mit dem Bergmanns Gruß „Glückauf“ die Veranstaltung und lud die Gäste zu einen Imbiss und Getränken ein.
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